Kampf der arten

 

Konkurrenzkämpfe stehen bei wildlebenden Arten auf der Tagesordnung. Konkurrenz um Reviere und Paarungspartner, um Nahrung und Behausungen. Abgesehen von der Fortpflanzung können all diese Konkurrenzkämpfe sowohl innerartlich als auch zwischenartlich auftreten.

Ist eine Art erfolgreicher als eine andere kann dies zur Vertreibung aus dem Gebiet oder sogar zum Aussterben von Arten führen.

Die "Red Queen Hypothesis" (benannt nach der Roten Königin aus dem Roman "Alice hinter den Spiegeln" von Lewis Carroll) von Van Valen, beschreibt die Anpassung biotischer Faktoren zueinander. In Carrolls Roman sagt die Königin zu Alice, sie müsse so schnell rennen wie sie nur könne um an der gleichen Stelle zu bleiben. Die Hypothese Van Valens bezieht sich darauf und besagt, dass eine ständige Evolution nötig ist. Nicht nur um die Anpassung zu erhöhen, sondern auch um überhaupt angepasst zu bleiben müssen sich Arten immer weiterentwickeln. 

Im Räuber-Beute-Verhältnis wird somit stetig evolviert, um als erfolgreicher Jäger zu bestehen oder um den Prädationsdruck auf sich zu senken. Zwischen den natürlichen Raub- und Beutetieren findet somit eine Co- Evolution statt. Kommen Gebietsfremde Arten von einem anderen Kontinent, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, in ein neues Areal, können sie dieses Gleichgewicht stören. (Davies, 2012)

Tiere, die vor 1492 in ein Gebiet gelangten (mit direkter oder indirekter menschlicher Unterstützung), werden Archäozoen genannt. Alle Tiere, die nach 1492 in ein Gebiet gelangten, werden den Neozoen zugeordnet (Kowarik, 2003). Gebietsfremde Arten mit besonders starker Vermehrungs- und Ausbreitungsfähigkeit werden als invasive Arten eingestuft.
Eines von vielen Beispielen der invasiven Säugetiere ist das, ursprünglich aus Nordamerika stammende, Grauhörnchen (Scirius carolensis), dass dem europäischen, roten Eichhörnchen (Scirius vulgaris), Konkurrenz macht.  Grauhörnchen besetzen Schlaf- und Futterplätze der einheimischen Art und übertragen einen nordamerikanischen Virus. Der "Squirrel parapox" ist für S. carolensis kaum beeinträchtigend, für S. vulgaris jedoch meist tödlich.  Neben der Verdrängung der Europäischen Eichhörnchen, fügen die grauen Invasoren auch dem Ökosystem Schaden zu. Die Waldbewohner schälen Bast von Bäumen um ihren Saft zu trinken.
  Die Verletzung führt oft zum Absterben der Kronenbereiche der Bäume (Huss, 2017).

 

Eine bestimmte Säugetierart beeinflusst andere Arten wie keine andere es kann: Homo sapiens. Menschen verändern Lebensräume und Artgesellschaften am tiefgreifendsten. Ein bracher Acker oder eine brache Kleingartenparzelle liefert anderen Arten Nahrung und Schutz, als der selbe Ort in intensiver Bewirtschaftung (Leser, 2008).

 

Wildschweine (Sus scrofa) zum Beispiel siedeln sich unter anderem gerne dort an, wo hohe Maispflanzen ihnen als Nahrung dienen und sie vor Jägern verstecken. (Briedermann, 2009). Mit seiner Landwirtschaft schafft der Mensch bevorzugte Habitate für die eine Art, während er welche zerstört für andere.

Im Kampf der Arten um Nahrung, Unterschlupf, und Revier nimmt der Mensch welche der bedeutendsten Einflüsse.

 

Autorin: Corinna Steffensen, 17.12.2018

 

 

 

 


Briedermann, L. (2009): Schwarzwild. Franckh- Kosmos Verlags- GmbH & Co. KG, Stuttgart. 597 S.

 

Davies, N. B., Krebs, J. R., West, S. A. (2012): Introduction into Behavioural Ecology. 4. Auflage, Wiley Blackwell, Hoboken, New Jersey. 520 S.

 

Huss, J. (2017):  Grauhörnchen- Invasion. Eine Gefahr für Mitteleuropas Laubwälder?.  Kurzbeitrag. Forstarchiv 88, Heft 3. Universität Freiburg. Freiburg. 139-140

 

Kowarik, I. (2003): Biologische Invasionen: Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa. Verlag Eugen Ulmer GmbH &Co. Stuttgart. 380 S. 

 

Leser, H. (2008): Stadtökologie in Stichworten. 2. Auflage, Gebrüder Borntraeger Verlagsbuchhandlung, Berlin, Stuttgart. 320 S.