Gesetzliche Grundlagen

 

 

Säugetiere werden von der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) von 2005, zuletzt geändert und ergänzt 2013, geschützt. Ausnahmen sind jene Arten, die dem Jagd- oder Fischereirecht unterliegen (BArtSchV §4 Abs. 1) oder in Anlage 1 zu §1 tabellarisch aufgeführt werden. Die meisten der nicht geschützten Arten sind Neozoen, die sich invasiv ausbreiten. (URL 1)

 

Die Bundesartenschutzverordnung beschreibt und verschärft den „Allgemeinen Artenschutz“ in Abschnitt 2 und den „Besonderen Artenschutz“ in Abschnitt 3 des Gesetzes über Naturschutz und Landschaftsschutz, dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) von 2009, dass 2017 zuletzt geändert und ergänzt wurde.

Bereits genannte Rechtsgrundlagen zielen ausschließlich auf den deutschlandweiten Artenschutz, doch auch internationale Richtlinien zum Thema Natur- und Artenschutz unterstützen den politischen Stellenwert der Tiere und Pflanzen. (URL 2)

 

Die Europäische Union baute ein länderübergreifendes Schutzgebiet zum Erhalt der wildlebenden Pflanzen- und Tierarten sowie ihrer natürlichen Lebensräume auf. Dieses Netz wird NATURA 2000 genannt und bezieht sich auf die bereits 1992 ausgewählten Schutzgebiete der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie) und der Vogelschutzrichtlinie von 1979. In den Anhängen der 1992ger Richtlinie werden schützenswerte Lebensraumtypen (Anhang I), Arten die in bestimmten Regionen unter Schutz stehen (Anhang II) und Arten die europaweit unter Schutz stehen (Anhang IV), aufgeführt. Erhalt und Verbesserung dieser Gebiete ist das Ziel der NATURA 2000. (URL 3)

 

Im Unterschied zum Artenschutz, bei dem das Aussterben ganzer Arten und deren genetische Vielfalt geschützt werden soll, richtet sich der Tierschutz an das einzelne Individuum (Altner, 1985). Der Tierschutz beinhaltet Maßnahmen des Menschen, die Tieren individuell ein artgerechtes Leben ermöglichen, ohne ihnen dabei unnötiges Leiden, Schmerzen und Schäden zuzufügen. Im Tierschutzrecht sind die zugehörigen rechtlichen Regelungen verfasst. Meist ist der Tierschutz auf regional den Menschen vertraute und sympathische Wirbel- und Säugetiere begrenzt (Deutz, 2011).

 

Tötung invasiver Arten

Im Fall von invasiven Arten erfordert der Schutz heimischer bedrohter Arten, die Tötung der invasiven Tiere oder Pflanzen. Die Kontrolle von invasiven Arten und andere Naturschutz-Management-Maßnahmen (z.B. die Tötung von Individuen zur Limitierung der Populationsgröße, das Fangen und der Umgang mit Tieren, um diese zu studieren oder die Haltung von Tieren in Gefangenschaft für die Zucht) bilden einen ethischen Konflikt auf Ebene des einzelnen Individuums (Harrington et al., 2013).

 

 

Autorinnen: Birte Sänger, 14.02.2014 
Corinna Steffensen, 17.12.2018

 

 

 


Altner, H. (1985). Tierschutz und Tierversuche: Probleme und Lösungsansätze. Naturwissenschaften, 72(2), 57-61.

 

Deutz, A. (2011). Tierschutz im Umgang mit Wildtieren. Tierschutz, 55-63.

 

Harrington, L. A., Moehrenschlager, A., Gelling, M., Atkinson, R. P. D., Hughes, J. & Macdonald, D. W. (2013). Conflicting and Complementary Ethics of Animal Welfare Considerations in Reintroductions. Conservation Biology, 27(3), 486-500.

 

URL 1: https://www.gesetze-im-internet.de/bartschv_2005/BJNR025810005.html [17.12.2018]

 

URL 2: https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/ [17.12.2018]

 

URL 3  http://www.ffh-gebiete.de/ [17.12.2018]