Krankheiten und Klimawandel

 

Jeder Organismus dieser Erde ist an bestimmte klimatische Begebenheiten gebunden (Aspöck, 2007). Säugetiere sind endotherm, sie können also eine stabile Körpertemperatur, durch evolutionäre Anpassungen an ihre Umgebung, halten. In kalten Klimazonen haben sich dort lebende Säugetiere darauf spezialisiert, genug Eigenhitze zu produzieren, sodass die Körpertemperatur über der Umgebungstemperatur liegt. In heißen Klimazonen hingegen sind angepasste Endotherme dazu in der Lage, ihren Körper durch verschiedene Mechanismen trotz der erhöhten Außentemperatur auf eine stabile Körpertemperatur runter zu kühlen. Je nach Anpassung einer Art wird ein Habitat bevorzugt (Campbell et al., 2018). 
Eine äußerst anpassungsfähige Spezies, die sich erfolgreich auf fast alle Teile des Erdballs ausbreitete, ist der Homo sapiens. Doch auch dem Menschen ist ein besiedeln aller klimatischen Extreme des Planeten nicht möglich. Infektiöse Erkrankungen, die direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden, sind nach derzeitigem Wissenstand weitestgehend klimaunabhängig. Infektionskrankheiten, die von Mensch zu Mensch über sogenannte Vektoren übertragen werden (Arthropoden, Ratten, Mäuse, etc.), wurden durch Klimaveränderungen hingegen beeinflusst. 

Der Klimawandel löst Tiere von ihren klimabedingten Verbreitungsgrenzen. Vertreter der Familie Ixodidae (Zecken) oder Culicidae (Stechmücken) fanden ihren Weg nach der postgliazialen Klimaerwärmung der Weichsel- Eiszeit nach Mitteleuropa. Beide Familien sind als potenzielle Krankheitsüberträger bekannt. Ein weiterer Anstieg der Temperaturen bedingt ein weiteres Vordringen von Infektionsfördernden Arten. (Aspöck, 2007)

 

 

 

Autorin: Corinna Steffensen, 29.12.2018

  


 

Aspöck, H. (2007). Klimawandel und die Ausbreitung von Krankheiten: Durch Arthropoden übertragene Infektionen in Mitteleuropa. Entomol.rom, 12, 343-362.

 

Campbell, N. A., Urry, L. A., Cain, M. L., Wassermann, S. A., Minorsky, P. V., Reece, J. B. (2018): Biology a Global Approach. 11th Edition. Pearson. New York. 1342 pages. 936.