Rodentia, nagetiere

 

Nach heutigem Wissen stellen die Rodentia annähernd 41 Prozent der rezenten Säugetiere dar. Somit sind sie die artenreichste Ordnung. Diese gliedert sich in 33 Familien mit insgesamt 494 Gattungen und 2257 Arten (URL 1). Morphologisch kann man Arten mit einer Größe von 0,05 m bis 1,30 m und einem Gewicht von 5 g bis zu 70 kg begegnen (Dieterlen, 2005). Allen Nagetieren gemein sind Merkmale des Gebisses. Paarweise angeordnete Schneidezähne (Incisivi) im Unter- sowie Oberkiefer treten bei allen Vertretern dieser Ordnung auf. Diese wachsen kontinuierlich nach, weisen eine äußere, widerstandsfähige Schmelzschicht und ein inneres weiches Dentin auf (Emmel 1938). Die Zähne sind wurzellos und der längere Teil befindet sich weit in den Knochen der Kiefer. Die Eckzähne (Canini) sind zurückgebildet und stellen an dieser Stelle bis zu den Backenzähnen (Molaren) eine weite Lücke dar, die als Diastema bezeichnet wird (Niethammer & Krapp, 1978, Dieterlen, 2005).

 

Im Bearbeitungsgebiet kommen sechs Familien vor: Castoridae (Biber), Cricetidae (Wühlmausartige), Gliridae (Schläfer), Muridae (Echte Mäuse), Myocastoridae (Ferkelratten) und Sciuridae (Hörnchen). 

 

Im Untersuchungsgebiet kommen folgende FFH- Arten der Rodentia vor:

  •  Biber (Castor fiber) (Anhang II, IV, V)

 

Auf der Roten Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Säugetierarten von 1991 sind folgende Rodentia aufgelistet (Heckenroth, 1993):

  • Biber (Castor fiber)
  • Gartenschläfer (Eliomys quercinus)
  • Haselmaus (Muscardinus avellanaruius)
  • Feldhamster (Cricetus cricetus)
  • Kleinwühlmaus (Pitymys subterraneus)
  • Sumpfmaus (Mecrotus  oeconomus)
  • Hausratte (Rattus rattus)

 

Autorinnen: Sandra Szarafinski, 05.02.2012

Birte Sänger, 14.02.2014

Links eine Wühlmaus , genauer Rötelmaus (Myodes glareolus); Rechts eine Echte Maus, Waldmaus (Apodemus sylvaticus). Aufgenommen im Grünen Bremer Westen. November 2018.

Fotos: Jasmin Kleißen


 

Dieterlen, F. (2005). Ordnung Nagetiere (Rodentia). - In: Braun, M. & Dieterlen,(Hrsg.): Die Säugetiere Baden-Württembergs: Band 2 Insektenfresser (Insectivora), Hasentiere (Lagomorpha), Nagetiere (Rodentia), Raubtiere (Carnivora), Paarhufer (Artiodactyla). - Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart, 704 S.

 

Emmel, L. (1938). Die Herkunft des Schmelzes der erwachsenen Nager mit Untersuchungen über den NagezahnSciurus vulgaris L.. - Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie 150 (3): 358-403 S.

 

Heckenroth, H. (1993): Rote Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Säugetierarten: 1. Fassung vom 1.1.1991. – Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen, Hannover, 13 (6), 221-226. 

 

URL 1: http:///www.iucnredlist.org [24.01.2012]

 

Niethammer, J. & Krapp,(Hrsg.) (1978). Handbuch der Säugetiere Europas: Band 1 Rodentia (Sciuridae, Castoridae, Gliridae, Muridae). - Akademische Verlagsgesellschaft, Wiesbaden, 476 S.