Chiroptera, Fledertiere

 

Die Fledertiere sind die einzigen flugfähigen Säugetiere. Die Ordnung umfasst etwa 950 Arten der Unterordnungen Megachiroptera (Flughunde) und Microchiroptera (Fledermäuse) (Skiba 2003). Die vorderen Gliedmaßen sind zu einem Flugorgan umgewandelt. Der Ober- und Unterarm sowie Mittelhand- und Fingerknochen einiger Strahlen sind verlängert. Die Knochen verbindet eine dünne Flughaut, welche gut durchblutet und mit Nerven versorgt wird. Alle europäischen Fledermausarten gehören zu den Kleinfledermäusen und besitzen an der vorderen Extremität nur am Daumen eine Kralle (Krapp, 2011).

 

Fledermäuse stoßen Signale aus, die durch Vibration der Stimmbänder produziert werden und sich im oberen Schallspektrum befinden. Mit den Ohren werden sie wieder aufgenommen, wenn sie durch Objekte in der Flugbahn der Fledermaus reflektiert werden. So können Fledermäuse Aufschlüsse über Größe, Richtung, Entfernung, relative Geschwindigkeit, Art und Oberflächenstruktur von angepeilten Objekten erhalten. Fledermäuse setzen Ultraschalllaute neben der Orientierung auch zur Ortung und Verfolgung von fliegenden Beutetieren sowie für innerartliche Kommunikation ein. Auch können Laute, die im für den Menschen hörbaren Bereich liegen verwendet werden (Krapp, 2011).

 

Im Untersuchungsgebiet kommen folgende FFH-Arten der Chiroptera vor:

  • Teichfledermaus (Myotis dasycneme) (Anhang II, IV, V)
  • Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) (Anhang II, IV, V)
  • Mopsfledermaus (Barbastelle barbastellus) (Anhang II, IV, V)
  • Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus) (Anhang IV, V)
  • Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) (Anhang IV, V)
  • Fransenfledermaus (Myotis nattereri) (Anhang IV, V)
  • Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri) (Anhang IV, V)
  • Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) (Anhang IV, V)
  • Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) (Anhang IV, V)
  • Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) (Anhang IV, V)
  • Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) (Anhang IV, V)
  • Braunes Langohr (Plecotus auritus) (Anhang IV, V)
  • Zweifarbfledermaus (Vespertillio murinus) (Anhang IV, V)

 

 

Auf der Roten Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Säugetierarten von 1991 sind folgende Chiroptera aufgelistet (Heckenroth, 1993):

  • Mopsfledermaus (Barbastelle barbastellus)
  • Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus)
  • Nordfledermaus (Eptesicus nilssoni 
  • Große Bartfledermaus (Myotis brandti)
  • Teichfledermaus (Myotis dasycneme
  • Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii
  • Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
  • Mausohr (Myotis myotis)
  • Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus
  • Fransenfledermaus (Myotis nattereri
  • Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri
  • Großer Abendsegler (Nyctalus noctula
  • Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii
  • Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus
  • Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus
  • Braunes Langohr (Plecotus auritus
  • Graues Langohr (Plecotus austriacus)
  • Kleinhufeisennase (Rhinolophus hipposideros)
  • Zweifarbfledermaus (Vespertillio murinus

 

 

Autorin: Birte Sänger, 13.01.2014

 

Braunes Langohr (Plecotus auritus) links, Mai 2017; Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) rechts, August 2017

Fotos: Oliver Brockmann

Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus),  Juni 2017
Achtung! Fledermäuse sollten aus infektiösen Gründen nicht mit bloßen Händen angefasst werden!

Foto: Oliver Brockmann


 

Heckenroth, H. (1993): Rote Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Säugetierarten: 1. Fassung vom 1.1.1991. – Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen, Hannover, 13 (6), 221-226. 

 

Krapp, F. (2011). Die Fledermäuse Europas. – Ein umfassendes Handbuch zur Biologie, Verbreitung und Bestimmung. AULA-Verlag, Wiebelsheim. 1202 S.

 

Skiba, R. (2003). Europäische Fledermäuse. Kennzeichen, Echoortung und Detektoranwendung. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 648. Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben. 150 S.