Artiodactyla, Paarhufer

 

 Paarhufer haben, wie der Name schon sagt, ihr Hauptmerkmal in ihrem Extremitätenskelett. Die meisten ihrer Zehen sind fehlend oder reduziert, sodass nur zwei verstärkte, verlängerte Zehen (ein Paar) deutlich sichtbar sind. Ihre Endglieder (Endphalangen) sind sogenannte Hornhufen. Bisauf wenige Ausnahmen treten Artiodactyla nur mit ihren verhornten Zehen auf den Boden auf.  Ihre Schädel sind zumeist langgestreckt und viele dieser Ordnung bilden Geweihe oder Hörner auf ihrem Kopf aus. 

Paarhufer sind fast immer herbivor, ernähren sich also ausschließlich von Pflanzen und haben verschieden gekammerte Mägen. Fast alle Artiodactylen sind Wiederkäuer. Einige Ausnahmen haben sich evolutionär an eine omnivore Ernährung (Allesfresser) angepasst und.

 

Zu den Paarhufern gehören die Familien der Flusspferde (Hippopotamidae) und die Echten Schweine (Suoidae), zu denen auch die in Bremen und Umgebung vorkommenden Wildschweine (Sus scrofa) gehören. Statt der sich oben am Kopf befindenden Waffen, tragen diese Familien stark ausgebildete Molaren (Zähne) und sind keine Widerkäuer. Eine weitere Familie die nicht wiederkäut sind die Nabelschweine (Tayassuidae).

Den Vertretern der Familien mit vierkammerigen Mägen, den klassischen Wiederkäuern, gehören unter anderen die Geweihträger (Cervidae) an. Das in Bremen vorkommende Reh (Capreolus capreolus) ist aus dieser Familie in ganz Europa am weitesten verbreitet. Weitere Familien mit, wie die Cervidae, gekammerten Mägen sind Elche (Alcinae), Giraffen (Giraffidae), Gabelböcke (Antilocapridae) und die Rinderartigen (Bovidae).  Mit abweichender Physiologie des Magens gehören auch die Hirschferkel (Tragulidae) und die Kamele (Camelidae) zu den Wiederkäuern.  (Storch & Welsch, 1997)

 

 

Auf der Roten Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Säugetierarten von 1991 sind folgende Artiodactyla aufgelistet (Heckenroth, 1993):

 

  • Elch (Alces alces)
  • Wisent (Bison bonasus)

 

Autorin: Corinna Steffensen, 03.01.2019

 

 

Rehbock (Capreolus capreolus) in Verden,  Juni 2017

Foto: Oliver Brockmann


 

Heckenroth, H. (1993): Rote Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Säugetierarten: 1. Fassung vom 1.1.1991. – Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen, Hannover, 13 (6), 221-226. 

 

Storch, V., Welsch, U. (1997): Systematische Zoologie. 5. Aufl. Gustav Fischer Verlag. Stuttgart. 745 S. 735ff