Kleingartensiedlungen

 

Im Jahr 2017 haben Kleingärten in der Stadt Bremen eine Gesamtfläche von 1087,2 ha. Davon liegen 19,06 ha der Parzellen brach. Die 94 Kleingartenvereine (einschließlich einiger Privater Garteninhaber) sind auf 18 Stadtteile der Stadt Bremen verteilt. (URL 1)

Untersuchungen zur Biodiversität von Haus- und Freizeitgärten bundesweit ergaben, dass diese anthropogen geschaffenen Biotope in hohem Maße die Sorten- und Artenvielfalt von Kulturpflanzen positiv beeinflussen. In Kleingartenanlagen werden vermehrt Zier- aber auch Nutzpflanzen angepflanzt. Was nicht vom Menschen geerntet wird, kommt den unzähligen Tieren, die sich in solchen Gebieten ansammeln, zugute. (Henninger, 2011)

Kleingartenanlagen erfüllen wertvolle Funktionen wie Frischluftzufuhr oder Wasserrückhaltung. Einige Kleingartenparks in Bremen sind von großen öffentlichen Grünflächen mit Altbaumbeständen, Gewässern und anderen natürlichen oder naturnahen Strukturen umgeben und erhalten dadurch eine höhere ökologische Bewertung (Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, 2015).

Bremer BürgerInnen ziehen sich hierher zurück, um gärtnerisch tätig zu werden oder sich zu erholen. In Kleingartengebieten finden sich für Säugetiere und andere Tierstämme viele Ruhmöglichkeiten und ein ausgewogenes Nahrungsangebot. Brach liegende Parzellen, die eine naturnahe Vegetation ausbilden, sind der Idealfall für die Fauna (Leser, 2008).

 

Besonders Kleinsäuger fühlen sich hier wohl. Rötelmäuse (Myodes glareolus), Gelbhalsmäuse (Apodemus flavicollis) und Waldmäuse (Apodemus sylvaticus) wurden von ISTAB- StudentInnen im „Grünen Bremer Westen“ im Herbst 2018 nachgewiesen. Doch auch größere Säugetiere wie Marderartige (Martes sp.), Feldhasen (Lepus europaeus), Füchse (Vulpes vulpes), Rehe (Capreolus capreolus) und weitere sind in den Kleingartenanlagen zu beobachten (Bockelmann et al., 2018).

 

Autorin: Corinna Steffensen, 05.01.2019

 

Brache Kleingartenparzelle im Grünen Bremer Westen mit verschiedenen Sukzessionsstadien, Nov. 2018

Foto: Franziska Bockelmann


Bockelmann, F., Hinrichs, F., König, S., Steffensen, C. (2018): Visuelle Ersterfassung der Säugetiere in einem Teilgebiet des "Grünen Bremer Westen". Internationaler Studiengang Technische und Angewandte Biologie. Hochschule Bremen, University of Applied Science. Bremen. unveröffentlicht.

 

Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr. Bremen (Hrsg.) (2015): Landschaftsprogramm Bremen 2015.

 

Henninger, S. (2011): Stadtökologie. Bausteine des Ökosystems Stadt. Ferdinand Schöningh GmbH & Co. KG, Paderborn. 212 S. 149 ff.

 

Leser, H. (2008): Stadtökologie in Stichworten. 2. Aufl. Gebrüder Borntraeger. Berlin, Stuttgart. 320 S.

 

URL 1: https://www.senatspressestelle.bremen.de/sixcms/media.php/13/20170801_KA_Brachliegende_Kleingartengebiete.pdf [05.01.2019]