Bunker Valentin

 

Den BremerInnen wohl bekannt steht in Farge, nahe der Weser, der Bunker Valentin. Er ist ein Gedenkort, denn seine Ruinen erzählen die Geschichte von tausenden Zwangsarbeitern, die bis 1945 ihr Leben ließen. Das deutsche NS-Regime errichtete den stabilen Bunker zum Schutz einer geplanten U-Boot-Werft. 

Flächen südlich der Bunkerruine wurden seither ungenutzt liegen gelassen, sodass sich eine Sukzession in der heute sogenannten "Valentinwildnis" ausbreiten konnte. Die 22,3 ha große Fläche ging 2017 in den Besitz des Naturschutzverbunds BUND über, der seine Besonderheiten zukünftig weiter pflegen wird. (URL 1)

In den 73 Jahren natürlicher Entwicklung hat sich ein lichter, totholzreicher Wald mit Röhrichten und Hochstaudenfluren herausgebildet. Auch die Bombentrichter aus der Kriegszeit tragen zur Biodiversität bei (Winter, 2015). Nicht nur für viele Säugetiere, wie die Zwegfledermaus (Pipistrellus pipistrellus), auch andere Tierklassen wie Amphibien, Insekten und Vögel sowie die Welt der Pflanzen, nutzen heute dieses innerstädtische, wertvolle Ökosystem (URL 1 und Görgens, 2015).

 

In der Valentinwildnis finden sich Bruchwälder, Sumpfwälder, Auwälder, Feuchtgebüsche, naturnahe stehende Binnengewässer inklusive Ufer und Verlandungsbereiche und als Sonderstandort die Bunkerruine mit Spalten und Höhlen sowie das Bunkerdach, welches ebenfalls einer natürlichen Sukzession folgt. Entstandene Ökosysteme werden von der Stadt Bremen unterstützt und Artenhilfsmaßnahmen, zum Beispiel für Fledermäuse und Uhus, werden getroffen. (Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, 2015)

 

 

Autorin: Corinna Steffensen, 05.01.2019

 

 

Lage des Bunker Valentin und der Valentinwildnis in der Stadt Bremen (Karte genordet).

Quelle: Interaktive Karten des Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz

Bunker Valentin von innen mit Bombenschäden und von außen mit Öffnungen in der Bunkerwand, Januar 2019

Fotos: Corinna Steffensen

Valentinwildnis südlich des Bunker Valentin, Januar 2019

Foto: Corinna Steffensen


 

Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr (Hrsg.) (2015): Landschaftsprogramm Bremen 2015. 

 

Görgens, M. (2007): Neue Topographien eines Erinnerungsortes. Die –Boot-Bunkerwerft „Valentin“ und Umgebung. Diplomarbeit am Institut für Landschaftsarchitektur der Leibniz-Universiät Hannover. 58 S. 

 

Winter, R. (2015): Flora und Vegetationsentwicklung der Sukzessionsfläche "Wildnis am Bunker Valentin" in der Bremer Weseraue bei Farge. Bachelorthesis Hochschule Bremen, University of Applied science. Bremen. 59 S.


URL 1: https://www.bund-bremen.net/valentinwildnis/ [02.01.2019]