Stadtökologie

 

Städte bieten, neben den Menschen, auch anderen Säugetieren eine Vielzahl an unterschiedlichstem Wohnraum. Einige urbane Bereiche sind naturfern und werden vom Menschen dominiert. Dazu gehören Wohnblöcke, Gewerbegebiete, intensiv genutzte und gepflegte Grünanlagen und Gärten, sowie Verkehrsflächen. Stadtregionen bieten aber auch naturnähere Gebiete wie Gewerbebrachen, strukturreiche Parkanlagen und Gärten, Alleen und künstlich angelegte Gewässer. Grün- und Gewässerflächen helfen Temperaturschwankungen auszugleichen, erhöhen die Luftfeuchtigkeit, absorbieren Kohlendioxid, filtern Staub und Schadstoffe aus der Luft, bieten Nahrungsquellen und Lebensstätten für eine angepasste Stadtfauna.

Im Gegensatz zum Umland sind die Temperaturen in Städten im Allgemeinen höher und die Luft ist trockener. Beides ist auf die Bebauung und die Bodenversiegelung zurück zu führen und kann für die eine oder andere Art attraktiv oder unattraktiv sein.

Städte können Säugetieren und anderen Tieren ausgezeichnete und geeignete Behausungen bieten. Darunter zählen anthropogen geschaffene Felshöhlen in Gebäuden oder auch Höhlen in großen, alten Bäumen. Bäume in besiedeltem Raum werden oft besonders alt, da sie als Schmuckinstrument in Parks oder Alleen nicht der forstwirtschaftlichen Rodung zum Opfer fallen.

Stadtfauna findet im urbanen Raum ein ausgedehntes Nahrungsangebot. Sie finden reichlich Beerensträucher, Abfälle und Nahrungsreste. Einige Arten werden gezielt (vor allem im Winter) von Bewohnern zugefüttert (Der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, 2010).

 

Anpassungen an ein neues Habitat, wie das Stadtökosystem, stellen auch einige Umstellungen, Herausforderungen und Gefahren für Arten dar: Rasenmäher, Laubläser, öffentliche und private Verkehrsmittel erhöhen den Lärmpegel. Zahllose Lichtquellen zu jeder Tageszeit können für Irritationen sorgen. Begegnungen mit Menschen sind häufiger, weshalb Stadttiere zu geringeren Fluchtdistanzen (auch vor Fahrzeugen) neigen. Auch das Aktivitätsfenster vieler Arten ist bei Stadtbewohnern, im Vergleich mit ihren siedlungsfern lebenden Artgenossen, nachweislich vergrößert. Besonders erfolgreich haben sich zum Beispiel die Füchse (Vulpes vulpes) an ein urbanes Leben angepasst. Zu Beginn ihres Lebens haben sie eine höhere Todesrate, leben dafür aber länger als ihre Artgenossen auf dem Land, wenn sie einmal gelernt haben wie man eine Straße erfolgreich überquert (URL 1).

 

 

Autorin: Corinna Steffensen, 16.12.2018

 

 

 


Der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa (Hrsg.) (2010): Bericht zur Lage der Natur in Bremen.

 

URL 1: https://www.tieraerztekammer-berlin.de/images/Wildtiere_HTP_2011/wildtiere_einzeln.pdf [30.12.2019]