Lebendfallen & Schlagfallen

 

Schlagfallen töten die gefangenen Tiere, jedoch fangen sie üblicherweise mehr Individuen, sind leichter und haben einfache Wirkmechanismen. Sie sind günstiger als Lebendfallen und einfacher zu erwerben. Nachteile sind, dass die gesammelten Daten limitiert und Schlagfallen nicht selektiv sind. So kann es auch zu Fängen von neugierigen Vögeln, Reptilien oder Amphibien kommen. Lebendfallen sind Schlagfallen moralisch überlegen (Barnett & Dutton 1995), jedoch führen auch sie zu erheblichen Störungen des Verhaltens und es kann aufgrund des Umgangs mit den Tieren zu physiologischen Beeinträchtigungen (z.B. zum Stress, Schock, Hypo- oder Hyperthermie) kommen (Di Cerbo & Biancardi, 2013).

 

Der Typ und die Größe der Falle können bestimmen, welche Art gefangen werden kann, da verschiedene Arten oft unterschiedliche Fallen-Typen bevorzugen. Bei der Verwendung von Lebendfallen sollte bedacht werden, dass Kleinsäuger Gebiete nicht zufällig verwenden und gut aufgestellte Fallen an durchdachten Plätzen den Fangerfolg erhöhen können. Platzierungen an offenen oder belichteten Stellen sollten vermieden werden, da Kleinsäuger diese meiden und bevorzugt an deren Rändern entlanglaufen. Gut geeignet sind Stellen in der Nähe von Tunneln oder Wegen. Ein Köder kann ebenfalls großen Einfluss darauf haben, welche Art und wie viele Individuen gefangen werden. Um fleischfressende oder insektenfressende Arten anzulocken kann frisches Fleisch oder Fisch genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Invertebraten (Wirbellosen) (Barnett & Dutton, 1995). Des Weiteren können Haselnüsse, Äpfel, Sonnenblumenkerne, getrocknete Weizen- oder Maiskörner als Köder dienen (Bäumler, 1975).

 

Markierungen erlauben, dass Individuen erkannt werden können, wenn diese zum wiederholten Mal gefangen werden. Sie sind zudem von wesentlicher Bedeutung bei Methoden für die Einschätzung vom alltäglichen Lebensraum und der Bewegung von einzelnen Individuen sowie Populationsdichten. Es kann zwischen permanenten (z.B. Ohrmarken, Beinringen oder Tätowierungen) und temporären (stellenweise Entfernung des Fells am Rücken, Kürzung der Krallen oder Kennzeichnung mit Nagellack) Markierungen unterschieden werden (Barnett & Dutton, 1995).

 

 Autoren: Birte Sänger & Dr. Heiko Brunken, 22.06.2015

 

Schlagfalle mit Dach (zum Schutz vorm Fang von Vögeln) mit gefangener Rötelmaus (Myodes glareolus).

Foto: Birte Sänger


Barnett, A., & Dutton, J.L. (1995). Small Mammals. Expedition Field Techniques series, Expedition Advisory Centre, Royal Geographical Society, London.

 

Bäumler, W. (1975). Wachstum und Vermehrung der Erdmaus (Microtus agrestis L.) auf Forstkulturen. Anzeiger für Schädlingskunde, Pflanzenschutz, Umweltschutz, 48 (9), 129-134.

 

Di Cerbo, A. R. & Biancardi, C.(2012). Monitoring small and arboreal mammals by camera traps: effectiveness and applications. Acta Theriologica, 58 (3), 279-283.