Haar- Fallen

 

Bei der Erfassung mit Haar-Fallen wird mit einer Röhre oder Tunnel und darin angebrachten Klebestreifen gearbeitet. Die Falle nimmt beim Durchlaufen eines Tieres von der Rückenfläche einige Haare auf. Zusätzlich können Köder angebracht werden, um die Wahrscheinlichkeit des Durchlaufens zu erhöhen. Wenn jede Falle nur einmal ausgelöst werden kann (wie z.B. bei Lebendfallen), macht dies die Identifizierung einer Haarprobe relativ einfach und ermöglicht eine Schätzung der Abundanz der Art. Bestimmte Fallen sind in der Lage zusätzlich Zeit, Datum, Gewicht und ein digitales Foto des besuchten Tieres aufzuzeichnen (King et al. 2007).

 

Die gewonnene Haarprobe kann unter Zuhilfenahme von Bestimmungsschlüsseln, Referenzproben oder Fotografien zur Bestimmung der Art dienen. Des Weiteren können zur Bestimmung der Art auch komplizierte, zeit- oder kostenintensive Techniken angewendet werden(z.B. DNA Analysen) (Pocock & Jennings 2006).

 

Nach Paull et al. (2012) bieten Haar-Fallen ethische Vorteile gegenüber direkten Erfassungsmethoden (z.B. Käfig-Fallen). Zudem benötigen sie keine regelmäßigen Kontrollen, sind leichter und kostengünstiger in der Anschaffung. Die Haar-Fallen können Wetter unabhängig und das ganze Jahr über angewendet werden. Sie sind nicht auf Wege angewiesen und können einfach für verschiedene Arten modifiziert werden. Im Gegensatz zu Kamerafallen sind Haar-Fallen weniger effektiv zur Erfassung eines weiten Spektrums an Arten (Paull et al. 2012).

 

Die Erfassungsmethode ist für kleine und mittelgroße Säugetiere geeignet (Paull et al. 2012). Nach Lynch et al. (2006) funktioniert die Methode sehr gut für die Erfassung von kleineren Raubsäugern (z.B. Baummarder, Martes martes). Sie überwindet viele Probleme, die bei der Erfassung durch Losungen auftreten. Nach Pocock & Jennings (2006) kann die Methode auch für Spitzmäuse angewendet werden. 

 

Nach Burki et al. (2010) konnten Pfähle mit Lockstoffen erfolgreich als Haar-Fallen eingesetzt werden. So konnten mit dieser Methode kleinere Raubsäuger (z.B. Marderartige) erfasst werden. Empfehlenswert ist die Durchführung der Methode mit Ködern (ggf. mit Zusatz von Geruchs-Lockstoffen) im Winter, da im Frühjahr eine geringere Effizienz der Methode nachgewiesen werden konnte. Dies beruht darauf, dass in dieser Zeit ausreichend Nahrung vorhanden ist und die Tiere weniger durch Köder anzulocken sind.

 

Autorin: Birte Sänger, 04.01.2014 


Burki, S., Roth, T., Robin, K. & Weber, D. (2010). Lure sticks as a method to detect pineMartes martes. Acta Theriologica, 55 (3), 223-230.

 

King, C. M., McDonald, R. M., Martin, R. D., Tempero, G. W., Holmes, J. (2007): Long-term automated monitoring of the distribution of small carnivores. – Wildlife, 34 (2): 140-148.

 

Lynch, Á. B., Brown, M. J. F., Rochford, J. M. (2006). Fur snagging as a method of evaluating the presence and abundance of a small carnivore, the pine marten (Martes martes). Journal of Zoology, 270 (2), 330-339.

 

Paull, D. J.; Claridge, A. W.; Cunningham, R. B. (2012). Effective detection methods for medium-sized ground-dwelling mammals: a comparison between infrared digital cameras and hair tunnels. Wildlife Research, 39 (6), 546-553. 

 

Pocock, M. J. O. & Jennings, N. (2006). Use of hair tubes for shrews: new method for identification and quantification of abundance. Mammal Review,36(4),