GPS- Radio-/ Telemetrie

 

„Global Positioning System“ (GPS) Geräte errechnen Positionen durch Informationen von mehreren Satelliten, die die Erde umkreisen. Diese Satelliten übertragen ununterbrochen Signale zur Erde. Zur Berechnung einer Position benötigt ein GPS Empfänger das gleichzeitige Empfangen eines Signals von mindestens drei Satelliten. Zudem sind die Empfänger in der Lage die Informationen in regelmäßigen Abständen oder auf Abruf weiterzuleiten (Moen et al. 1996). Die GPS Geräte (z.B. Halsbänder (Abb. 1)) übermitteln neben der Position im Differenzialmodus (Längen- und Breitengrad) auch Informationen über Datum, Zeit, Umgebungstemperatur und Aktivität in zwei Ebenen (Pellerin et al. 2008). Dies bedeutet zum Beispiel, sollte ein Tier versterben, so sendet das Gerät ein spezielles Signal an z.B. ein Handy des Beobachters.

 

Im Gegensatz dazu arbeitet die Radio-Telemetrie (auch „Very High Frequency“ (VHF-Telemetrie) genannt) mit Sendern, die jeweils eine einmalige und identifizierbare Frequenz besitzen. Die Sender können in Form eines Halsbandes an das vorher gefangene Tier angebracht werden. Die nun gesendeten Signale können manuell durch eine Antenne empfangen werden (Abb. 2). Mit dieser Methode können Positionen von Tieren auch vom Flugzeug aus erfasst werden. Zudem ist eine Kombinierung der Radio-Telemetrie mit GPS möglich (Integration eines GPS Gerätes ins Halsband) (Pellerin et al. 2008; White & Garrott 1990).

 

Immer öfter werden GPS Halsbänder verwendet, um Informationen über Positionen verschiedener Tierarten zu sammeln und ersetzen somit immer öfter die VHF-Halsbänder. Diese Methode hat unter anderem den Vorteil, dass die Lokalisation von Positionen in kürzeren Abständen erfolgen kann (Recio et al. 2011; Pellerin et al. 2008). Weitere Vorteile sind die Fähigkeit Daten aus abgelegenen und fernen Gebieten zu erhalten, die Durchführung in größeren Gebieten sowie über einen langen Zeitraum. Des Weiteren ist die Methode Rund um die Uhr und bei allen Wetterbedingungen einsetzbar. Es gibt zudem die Möglichkeit die Frequenz der erfassten Positionen zu erhöhen, um genaue Rückschlüsse auf das Bewegungsverhalten oder -Muster zu erhalten (Recio et al. 2010).

 

Nachteil dieser Erfassungsmethode ist, dass ein Tier gefangen und betäubt werden muss, um mit einem Sender ausgerüstet zu werden. Zudem sind GPS Halsbänder mit hohen Anschaffungskosten verbunden. Jedoch sind Sie nur durch ihre Batterieleistung und Datenspeichergröße begrenzt. Nach Samuel & Fuller (1996) haben die Halsbänder Auswirkungen auf das Verhalten der Tiere. So variieren die Reaktionen je nach Transmitter-Größe, Befestigungsmethode, Anpassung an das jeweilige Tier, Jahreszeit und Alter sowie Dauer der Anbringung. In der Regel sollte das GPS Gerät nicht schwerer sein als 5 % des Körpergewichts sein (Casper 2009). Die Radio-Telemetrie ist sehr zeitintensiv und so kann nur eine geringere Anzahl an Positionen für ein bestimmtes Individuum gesammelt werden (Pellerin et al. 2008).

 

Nach White & Garrott (1990) können diese Methoden für Kleinsäuger sowie für mittelgroße und große Säugetiere angewendet werden. Neuere Fortschritte (z.B. in der Batterie Miniaturisierung und im Stromverbrauch) erlaubten die Entwicklung von GPS Geräten, die weniger als 130 g wiegen (inklusive Halterung, wie ein Halsband). Dies erlaubt die Anwendung dieser Methode auch für kleinere Säugetiere (z.B. Igel oder Fledermäuse) (Recio et al. 2010; Recio et al. 2011).

 

Autorin: Birte Sänger, 04.01.2014

 

Abb. 1: Betäubter Wolf mit GPS- Halsband.

Foto: Barbara Zimmermann

Abb. 2: Empfänger und Antenne der Radio- Telemetrie.

Foto: Barbara Zimmermann


Casper, R. (2009). Guidelines for the instrumentation of wild birds and mammals. Animal Behaviour, 78, 1477-1483.

 

Handcock, R. N., Swain, D. L., Bishop-Hurley, G.J., Patison, K. P., Wark, T., Valencia, P., Corke, P., O`Neill, C. J. (2009). Monitoring animal behavior and environmental interactions using wireless sensor networks, GPS collars and satellite remote sensing. Sensors, 9, 3586-3603.

 

Moen, R., Pastor, J., Cohen, Y., & Schwartz, C. C.Effects of moose movement and habitat use on GPS collarThe Journal of wildlife management, 60 (3), 659-668.

 

Pellerin, M., Saïd, S., Gaillard, J. M. (2008). Roe Capreolus capreolus home-range sizes estimates from VHF and GPS data. Wildlife Biology, 14 (1), 101-110.

 

Recio, M. R., Mathieu, R., Seddon, P.J. (2010): First results of feral cats (Felis catus) monitored with GPS collars in new Zealand. New Zealand Journal of Ecology, 34 (3), 288-296.

 

Recio, M. R., Mathieu, R., Seddon, P.J. (2011). Design of a GPS backback o track EuropeanErinaceus europaeus. European Journal of Wildlife Research, 57 (6), 1175-1178.

 

Samuel, M. D., & Fuller, R. F.The Wildlife radiotelemetrie. In: Bookhout TA (ed) Research and management techniques for wildlife and habitat. The Wildlife Society, Maryland, 370-418. 

 

White, G.C., & Garrot, R. A. (1990). Analysis of wildlife radio-tracking data. Academic Press, 373.