Säugetiermonitoring

 

Erfassungen und Monitoringprogramme zur Verbreitung und Abundanz von Arten, unabhängig davon ob diese selten oder häufig vorkommen, sind für die Ausarbeitung von Management- und Erhaltungsmaßnahmen erforderlich. Ohne verlässliche Datengrundlage sind Einschätzungen und Schlussfolgerungen über den Populationsstatus, Habitatansprüche oder anthropogene Einflüsse unmöglich (Williams et al. 2002). Ein Mangel an Informationen ergibt sich oft aus der Schwierigkeit der Erhebung von Daten von schwer erfassbaren Arten (z.B. nachtaktive Marderartige) (Manzo et al. 2012).

 

Es kann zwischen direkten und indirekten Erfassungsmethoden unterschieden werden. Direkte Methoden erfordern den Kontakt mit Individuen einer Art. Mit ihnen können viele Informationen über Geschlecht, Gewicht, Fortpflanzung und Status gesammelt werden. Jedoch sind sie meist sehr kostenintensiv. Indirekte Methoden erfassen Daten ohne zwangsläufig mit der Zielart Kontakt zu haben. Beispiele für indirekte Methoden sind Kamerafallen, Untersuchung von Losungen, Untersuchungen von Gewöllen oder die Erfassung von Spuren (Lynch et al. 2006).

 

Obwohl es viele verschiedene Methoden zur Erfassung von Säugetieren gibt, ist das Fangen die grundlegendste und weitverbreitetste Methode. Gefangene Tiere können gewogen, vermessen und untersucht werden, um Informationen über Geschlecht, Alter und Gewicht zu erhalten. Zudem können Daten über Habitatnutzung, Reproduktionsstatus, relativer Abundanz und Nahrung sowie Parasitologie gesammelt werden. Bei der Untersuchung von toten oder getöteten Tieren kann außerdem der Zustand der Organe, Gonaden und Embryonen festgestellt werden (Barnett & Dutton 1995; Bäumler 1975). 

 

 

Autoren: Birte Sänger & Heiko Brunken, 22.06.2015

 


Barnett, A., & Dutton, J.L. (1995). Small Mammals. Expedition Field Techniques series, Expedition Advisory Centre, Royal Geographical Society, London.

 

 Lynch, Á. B., Brown, M. J. F. & Rochford, J. M. (2006): Fur snagging as a method of evaluating the presence and abundance of a small carnivore, the pine marten (Martes martes). - Journal of Zoology 270 (2): 330-339.

 

Manzo, E., Bartolommei, P., Rowcliffe, J. M. & Cozzolino, R. (2012): Estimation of population density of European pine marten in central Italy using camera trapping. - Acta Theriologica 57 (2): 165-172.

 

Williams, B. K., Nichols, J. D. & Conroy, M. J. (2002): Analysis and management of animal populations. - Academic Press, London.